Skip to main content

Mirabaud: Kerngeschäft in guter Verfassung, Dubai bleibt offen

Veröffentlicht am 20. März 2025 in AWP. In einem von Ibtissam Benchikh geführten Interview teilt die geschäftsführende Gesellschafterin Camille Vial ihre Einschätzung zu den Ergebnissen und zur strategischen Ausrichtung der Gruppe.

"Die Genfer Privatbank Mirabaud hat ihre Ergebnisse im Jahr 2025 trotz eines ungünstigen Zinsumfelds gesteigert. Da die Kundenanforderungen immer gezielter werden, konzentriert sich das Unternehmen wieder auf sein Kerngeschäft und die vorrangigen Märkte und bringt gleichzeitig ihr Programm zur digitalen Transformation zum Abschluss, erklärt die geschäftsführende Gesellschafterin Camille Vial.

AWP: Im ersten Halbjahr verzeichneten Sie rückläufige Einnahmen, bedingt durch Zinssenkungen, die die Zinsmarge geschmälert haben. Wie verlief das zweite Halbjahr?

Camille Vial: Unsere Erträge wurden im vergangenen Jahr tatsächlich durch den Rückgang der Zinsmarge infolge sinkender Zinsen beeinflusst. Auf vergleichbarer Basis im Jahr 2024, das heisst unter Ausschluss der Effekte aus der Einstellung unserer Brokerage-Aktivitäten, stellen wir jedoch eine Stabilität unserer Kommissionserträge sowie eine dynamische Entwicklung im Wertschriftenhandel fest, was die gute Verfassung unseres Kerngeschäfts widerspiegelt, nämlich die Vermögensverwaltung für Privatkunden und das Asset Management für institutionelle Investoren. Dank einer strikten Kostenkontrolle gelingt es uns somit, einen steigenden Reingewinn zu erzielen. Darüber hinaus bleibt unsere Bilanz solide und ausgewogen, und wir haben unsere CET1-Kapitalquote weiter gestärkt, womit wir zu den am besten kapitalisierten Banken der Schweiz gehören.

AWP: Wie haben Sie den Rückgang der verwalteten Vermögen bewältigt, der zuvor auf die Konzentration der Vermögensverwaltungsaktivitäten und die Abwertung des Dollars zurückgeführt wurde?

C.V.: Neben der Abwertung des Dollars, die sich tatsächlich auf unsere verwalteten Vermögen ausgewirkt hat, die wir in Franken ausweisen, spiegelt dieses Ergebnis vor allem unsere strategische Entscheidung wider, uns in unseren Private-Banking-Aktivitäten auf unsere prioritären Märkte zu konzentrieren, nämlich die Schweiz, Europa, den Nahen Osten und Latam (Mittel- und Südamerika). In diesen Märkten haben wir insbesondere unsere Governance gestärkt, etwa in Luxemburg mit der Ernennung einer neuen CEO, Emilie Serrurier, sowie in Dubai mit Georges Khoueiri. Diese Neuerungen zeigen unser Bestreben, unsere Entwicklung in unseren Schwerpunktmärkten voranzutreiben, dies nach einer umfassenden Transformationsphase, die es uns ermöglicht hat, unsere Basis zu festigen.

AWP: Was die Investitionen betrifft, wurden die Ausgaben für die Entwicklung der digitalen Infrastruktur im Verlauf verdoppelt. Wo stehen Sie in dieser Transformation und welche weiteren Themen stehen an?

C.V.: Diese derzeit laufende Entwicklung stellt ein ambitioniertes Projekt zur technologischen und digitalen Transformation unserer Bank dar und ist bislang einzigartig auf dem Schweizer Markt. Durch die Ablösung unserer gesamten Kernplattform und unserer Front-Office-Systeme durch Cloud-Lösungen der neuen Generation vereinen wir Sicherheit, Flexibilität und personalisierte Servicequalität. Dafür tätigen wir Investitionen, die diesem gross angelegten Projekt – einem der bedeutendsten in der Geschichte unseres Hauses – gerecht werden. Dieses Projekt braucht Zeit, doch Geschwindigkeit ist keine Strategie. Heute sind wir mit dem abgedeckten Umfang zufrieden und mobilisieren alle unsere Ressourcen für die Umsetzung, mit dem Ziel, unseren Kunden diese neue Infrastruktur im kommenden Jahr vorzustellen.

AWP: Wie entwickeln sich Ihre Geschäfte seit Jahresbeginn und was erwarten Sie für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres?

C.V.: Wir verzeichnen eine anhaltend rege Geschäftstätigkeit, insbesondere in Europa, mit positiven Nettozuflüssen bei unseren Privatkunden und bei den unabhängigen Vermögensverwaltern. Wir stellen zudem eine ausgeprägte Nachfrage nach gezielteren Anlagemöglichkeiten fest, wie der Erfolg einiger unserer Club Deals (Angebot von Investitionsmöglichkeiten) zeigt. Auch im Bereich Asset Management ist der Trend positiv, mit soliden institutionellen Zeichnungen für unseren wichtigsten aktiven Strategien, insbesondere bei Schweizer und europäischen Small- und Midcaps. Für den weiteren Jahresverlauf bleiben wir zuversichtlich, sind uns jedoch bewusst, dass das Umfeld volatil bleiben dürfte. In diesem Kontext werden Anlagedisziplin und striktes Risikomanagement wichtiger denn je sein. Dank der Diversifikation unserer Expertisen sind wir ideal positioniert, um unsere Kunden zu begleiten und die sich bietenden Chancen zu nutzen.

AWP: Beobachten Sie angesichts des Kriegs im Nahen Osten Zu- oder Abflüsse? Wie organisieren Sie Ihre Aktivitäten und Teams in der Region?

C.V.: Zum jetzigen Zeitpunkt beobachten wir keine Bewegungen bei den Kapitalflüssen. Unsere Priorität bleibt es, die Sicherheit unserer Mitarbeitenden, die Kontinuität unserer Dienstleistungen und eine enge Kundenbindung zu gewährleisten. Unser Büro in Dubai ist weiterhin voll funktionsfähig, wobei die Teams gemäss den lokalen Empfehlungen sowohl vor Ort als auch im Homeoffice tätig sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate bleiben für uns ein strategischer Hub im Zentrum unserer Aktivitäten zwischen dem Nahen Osten und Europa. In diesem Umfeld konzentrieren wir uns auf die Betreuung unserer Kunden, wobei es uns eine agile Organisation und die Solidität der Gruppe ermöglichen, uns laufend an die Entwicklungen der Lage anzupassen."

Wichtige information

Diese Veröffentlichung wurde von Mirabaud erstellt. Sie ist nicht zur Verteilung, Verbreitung, Veröffentlichung oder Nutzung in einer Gerichtsbarkeit bestimmt, in der eine solche Verteilung, Verbreitung, Veröffentlichung oder Nutzung untersagt wäre. Sie ist nicht für Personen oder Unternehmen bestimmt, an die die Übersendung dieser Veröffentlichung rechtswidrig wäre.
Mehr lesen

Weiter zu

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Login