A. Wichtige Informationen

Gemäss ihren gesetzlichen Verpflichtungen informiert die Bank die Kunden über die folgenden Punkte:

  • Tätigkeitsbereich und Aufsichtsstatus: Die Bank tätigt Bankgeschäfte jeglicher Art und verfügt über eine Bewilligung als Bank im Sinne des Bundesbankgesetzes («BankG»). Sie untersteht der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, Laupenstrasse 27, 3003 Bern («FINMA»).
  • Mediation: Im Falle einer Streitigkeit mit der Bank können Kunden ein Schlichtungsverfahren beim Schweizerischen Bankenombudsmann, Bahnhofsplatz 8, 8021 Zürich, einleiten.
  • Allgemeine Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten: Die Bank informiert die Kunden über die allgemeinen Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten, indem sie ihnen auf ihrer Website die Broschüre «Risiken im Handel mit Finanzinstrumenten» der Schweizerischen Bankiervereinigung («SBVg») zur Verfügung stellt, welche über den Link https://www.mirabaud.com/finsa-risks/  heruntergeladen werden kann.
  • Wirtschaftliche Beziehungen zu Dritten: Die Bank ergreift geeignete organisatorische Massnahmen, um Interessenkonflikte, die bei der Erbringung von Finanzdienstleistungen auftreten können, zu vermeiden oder um Nachteile auszuschliessen, die sich aus solchen Konflikten für Kunden ergeben könnten. Die Bank informiert die Kunden über ihre eventuellen wirtschaftlichen Beziehungen zu Dritten, sofern diese Bindungen zu einem Interessenkonflikt in Bezug auf die erbrachte Finanzdienstleistung führen könnten.
  • Marktangebot, das bei der Auswahl der Finanzinstrumente berücksichtigt wird: Wenn die Bank Finanzdienstleistungen für Kunden erbringt, besteht das Marktangebot, das von ihr bei der Auswahl der Finanzinstrumente berücksichtigt wird, nicht nur aus ihren eigenen Finanzinstrumenten oder denjenigen der Unternehmen der Mirabaud Gruppe, sondern auch aus Finanzinstrumenten Dritter (offene Architektur). Obwohl die Bank bei der Empfehlung von Finanzinstrumenten ein breites Spektrum an Optionen prüft, analysiert sie nicht den gesamten Markt im Detail. Sie kann daher nur eine Auswahl an Finanzinstrumenten Dritter und nicht deren gesamte Bandprodukte berücksichtigen. In Ausnahmefällen kann das von der Bank berücksichtigte Marktangebot ausschliesslich aus ihren eigenen Finanzinstrumenten oder solchen von Unternehmen der Mirabaud Gruppe bestehen. In diesem Fall informiert die Bank ihre Kunden darüber.
  • Basisinformationsblatt («BIB») und Prospekt: Wenn die Bank eine Beratung zu Finanzinstrumenten erteilt, stellt sie den Kunden das BIB und auf Anfrage den Prospekt zur Verfügung, wenn diese Dokumente für das betreffende empfohlene Finanzinstrument vorgeschrieben sind.

1. Privatkunden

B. Begriffsbestimmung

Gemäss FIDLEG gelten Kunden standardmässig als Privatkunden, es sei denn, sie können als professionelle oder institutionelle Kunden behandelt werden (siehe Abschnitt 2 und 3 unten).

C. Überprüfung der Eignung und Angemessenheit der Finanzdienstleistungen

Bei der Erbringung von Anlageberatungs- oder Vermögensverwaltungsdienstleistungen überprüft die Bank die Eignung und Angemessenheit dieser Dienstleistungen. In diesem Zusammenhang wird der Kunde auf folgende Punkte aufmerksam gemacht:

  • Überprüfung der Angemessenheit: Bei der Erbringung von Anlageberatungsdienstleistungen zu einzelnen Transaktionen ohne Berücksichtigung des gesamten Portfolios des Kunden:
    • informiert sich die Bank über die Kenntnisse und Erfahrung des Kunden in Bezug auf die beabsichtigte Transaktion und
    • überprüft die jeweilige Angemessenheit der Finanzinstrumente, bevor sie diese dem Kunden empfiehlt.
  • Überprüfung der Eignung:Bei der Erbringung von Anlageberatungsdienstleistungen unter Berücksichtigung des gesamten Portfolios des Kunden (Beratungsmandat) oder von Vermögensverwaltungsdienstleistungen (Vermögensverwaltungsmandat):
    • informiert sich die Bank über die Kenntnisse und Erfahrung des Kunden in Bezug auf die vorgeschlagene Finanzdienstleistung,
    • informiert sich die Bank über die Finanzsituation und die Anlageziele des Kunden und
    • überprüft die Bank die Eignung der Dienstleistung und/oder der Finanzinstrumente, bevor sie diese dem Kunden empfiehlt.
  • Keine Überprüfung: Wenn sich die Dienstleistungen der Bank auf die Ausführung oder Übermittlung von Aufträgen beschränken, überprüft die Bank weder deren Angemessenheit noch deren Eignung. Die Bank weist die Kunden darauf hin, dass diese Information nicht bei jeder Transaktion erneut erfolgt.
  • Keine Möglichkeit zur Durchführung der Überprüfung:Wenn die Bank keine ausreichenden Informationen erhält, um die Angemessenheit oder Eignung zu beurteilen, kann sie die Dienstleistung trotzdem erbringen, nachdem sie dem Kunden mitgeteilt hat, dass sie die Beurteilung nicht vornehmen konnte. Ebenso gilt: Wenn die Bank ein Finanzinstrument für den Kunden als nicht angemessen oder geeignet erachtet, kann sie die Dienstleistung trotzdem erbringen, nachdem sie ihm davon abgeraten hat.
  • Kenntnisse und Erfahrung: Fehlende Kenntnisse und mangelnde Erfahrung des Kunden können durch zusätzliche Erläuterungen ausgeglichen werden. Zudem können Kunden, die durch eine bevollmächtigte Person handeln, beantragen, dass bei der Überprüfung der Angemessenheit und Eignung die Kenntnisse und Erfahrung des Bevollmächtigten berücksichtigt werden.

D. Kundenaufträge

Bei der Bearbeitung der Kundenaufträge wendet die Bank die Grundsätze von Treu und Glauben sowie der Gleichbehandlung an. Bei der Ausführung von Kundenaufträgen sorgt die Bank für das bestmögliche Ergebnis in finanzieller, zeitlicher und qualitativer Hinsicht. Die Bank garantiert insbesondere, dass:

  • die Kundenaufträge unmittelbar und korrekt erfasst und übermittelt werden,
  • ähnliche Aufträge unmittelbar und in der Reihenfolge ihres Eingangs ausgeführt werden, es sei denn, die Art des Auftrags oder die Marktbedingungen lassen dies nicht zu oder dies liegt nicht im Interesse des Kunden,
  • bei der Zusammenfassung von Aufträgen von verschiedenen Kunden oder von Kundenaufträgen mit eigenen Geschäften der Bank sowie der Zuweisung von verbundenen Transaktionen die Interessen der betroffenen Kunden gewahrt und diese nicht benachteiligt werden und
  • die Kunden unmittelbar über alle wesentlichen Schwierigkeiten informiert werden, welche die ordnungsgemässe Abwicklung eines Auftrags beeinträchtigen könnten.

Wenn der Kunde ausdrückliche Anweisungen erteilt hat, so wird sein Auftrag entsprechend dieser Anweisungen ausgeführt.

E. Kollektivanlagegesetz

Privatkunden, die der Bank, einem Finanzintermediär nach Artikel 4 Abs. 3 Buchstabe a FIDLEG oder einem ausländischen Finanzintermediär, der einer gleichwertigen prudenziellen Aufsicht unterstellt ist, ein Vermögensverwaltungs- oder Anlageberatungsmandat anvertraut haben, gelten als qualifizierte Anleger im Sinne des Kollektivanlagegesetzes.

2. Professionelle Kunden

A. Begriffsbestimmung

Die folgenden Kunden gelten als professionelle Kunden, es sei denn, sie können als institutionelle Kunden behandelt werden (siehe Abschnitt 3 unten):

  • öffentlich-rechtliche Körperschaften mit professioneller Tresorerie,
  • Vorsorgeeinrichtungen und Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dienen, mit professioneller Tresorerie,
  • Unternehmen mit professioneller Tresorerie,
  • grosse Unternehmen und
  • für vermögende Privatkunden errichtete private Anlagestrukturen mit professioneller Tresorerie.

B. Anwendbare Regelung

Professionelle Kunden profitieren grundsätzlich von denselben Verhaltensregeln wie oben in Punkt 1 zu Privatkunden beschrieben. Es sind jedoch die folgenden Unterschiede hervorzuheben:

  • Befreiung von der Verpflichtung zur Überprüfung der Angemessenheit und Eignung: Die Bank kann von der Annahme ausgehen, dass professionelle Kunden über die erforderlichen Kenntnisse und die erforderliche Erfahrung verfügen und dass für sie die mit der Finanzdienstleistung einhergehenden Anlagerisiken finanziell tragbar sind.
  • Verzicht auf bestimmte Verhaltensregeln: Durch eine schriftliche Erklärung können professionelle Kunden darauf verzichten, dass die Bank die in Punkt 1 Buchstabe B (Informationen) und D (Dokumentation und Rechenschaft) beschriebenen Verhaltensregeln anwendet.

3. Institutionelle Kunden

A. Begriffsbestimmung

Die folgenden Kunden gelten als institutionelle Kunden:

  • Finanzintermediäre und Versicherungsunternehmen, die einer prudentiellen Aufsicht unterstellt sind,
  • Zentralbanken sowie nationale und supranationale öffentlich-rechtliche Körperschaften mit professioneller Tresorerie.

B. Anwendbare Regelung

Die in Abschnitt 1 oben beschriebenen Verhaltensregeln für Privatkunden gelten nicht für institutionelle Kunden.

4. Möglichkeit zum Wechsel der Kategorie

A. Opting-out

Vermögende Privatkunden und für sie errichtete private Anlagestrukturen können eine Zuordnung als professionelle Kunden beantragen. Hierzu muss der Kunde glaubhaft erklären, dass er:

  • aufgrund der persönlichen Ausbildung und der beruflichen Erfahrung oder aufgrund einer vergleichbaren Erfahrung im Finanzsektor (i) über die Kenntnisse verfügt, die notwendig sind, um die Risiken der Anlagen zu verstehen, und (ii) über Finanzanlagen von mindestens CHF 500 000 verfügt, oder
  • über Finanzanlagen von mindestens CHF 2 Millionen verfügt.

Die folgenden professionellen Kunden können beantragen, als institutionelle Kunden betrachtet zu werden:

  • Vorsorgeeinrichtungen und Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dienen, und über eine professionelle Tresorerie verfügen,
  • Unternehmen mit professioneller Tresorerie.

B. Opting-in

Professionelle Kunden können beantragen, als Privatkunden eingestuft zu werden, und institutionelle Kunden können beantragen, als professionelle Kunden behandelt zu werden.

C. Qualifizierte Anleger

Privatkunden, die der Bank, einem Finanzintermediär nach Artikel 4 Abs. 3 Buchstabe a FIDLEG oder einem ausländischen Finanzintermediär, der einer gleichwertigen prudenziellen Aufsicht unterstellt ist, ein Vermögensverwaltungs- oder Anlageberatungsmandat anvertraut haben und folglich als qualifizierte Anleger gelten, können mittels schriftlicher Erklärung an die Bank erklären, dass sie nicht als solche gelten wollen.

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Bei Fragen zu diesem Dokument sind die Kunden gebeten, sich an ihren Kundenberater zu wenden.