Unsere Beiträge in den Medien

Reiche Ernte für Schwellenländer

Finanz und Wirtschaft, 28. Januar 2017 - Fünf staatliche Schwellenländeremittenten, die am selben Tag Anleihen auf den Markt bringen – das gab es noch nicht. Die Philippinen, Argentinien, die Dominikanische Republik, die Türkei und Kolumbien emittierten gleichzeitig am 18. Januar, also kurz vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten. Anleger absorbierten 14,7 Mrd. $ an einem Tag. Wie haben sich diese Anleihen seit zehn Tagen verhalten?

Der parallele Auftritt mehrerer Akteure dieser Art erwies sich für einen Teil von ihnen als Nachteil. Argentinien musste die grössten Abstriche machen – rund 30 Bp auf dem Sekundärmarkt –, und trotz der Nachfrage (21 Mrd. $) hat der Staat 7 Mrd. $ für Fünfund Zehnjahresanleihen nur im oberen Bereich der Spanne untergebracht. Dank ihrer Emissionsbedingungen haben sich diese Papiere auf dem Sekundärmarkt gut behauptet; der Aufschlag sank um 5 Bp.

Angesichts ihrer ungewissen politischen und wirtschaftlichen Lage musste auch die Türkei Zugeständnisse beim Aufschlag machen. Das Land hat problemlos 2 Mrd. $ aufgenommen, und dank der Emissionsbedingungen sank die Prämie auf dem Sekundärmarkt um 28 Bp. Am anderen Rand des Spektrums brauchten die Philippinen, die bei Anlegern beliebt sind, nur sehr bescheidene Prämien zu bieten. Ihre Anleihe mit Laufzeit bis 2042 wurde mit einem Aufschlag von 67 Bp aufgelegt, während Südkorea, dessen Ratingnote um sechs Stufen höher liegt, eine Woche vorher 55 Bp für eine Fälligkeit bis 2027 bezahlte. Die Prämie dieser Anleihe stieg als einzige dieser fünf auf dem Sekundärmarkt leicht. Weitere Schwellenländer folgten.

So emittierte Ägypten diese Woche 4 Mrd. $, verteilt auf drei Tranchen, wobei die Nachfrage 13,5 Mrd. $ überstieg. Zwar verschärfte das Land die Bedingungen für seine Anleihen, doch seine endgültigen Konditionen blieben ebenfalls fair. So etwa wurden bei den Fünf- und den Dreissigjahresanleihen die Aufschläge jeweils über 15 Bp gesenkt, während die am wenigsten nachgefragte Zehnjahrestranche um 10 Bp verringert wurde. Angesichts des jüngsten Anstiegs der Dollarrenditen war es bisher ein gutes Geschäft – zumindest für die Schwellenländeremittenten.

Von Catherine Reichlin, Leiterin Finanzanalyse, Mirabaud & Cie. Artikel publiziert in der Finanz und Wirtschaft am 28. Januar 2017.

Die in diesem Artikel vertretenen Ansichten sind jene von Mirabaud im Zeitpunkt seiner Publikation. Diese Präsentation dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keinesfalls ein Angebot oder eine Anlageberatung dar. Für den Inhalt dieses Artikels, welcher jederzeit  ändern kann, leistet Mirabaud keine Gewähr.