Pressemitteilungen

Sieg und Rekord für Spindrift an der Transat Québec–Saint-Malo

Der Trimaran Spindrift 2, der am 13. Juli in Québec startete, hat bei der 9. Transat von Québec nach Saint-Malo den Atlantik in knapp 6 Tagen überquert, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 22,1 Knoten (20,99 auf der errechneten theoretischen Route über 2 897 Seemeilen).

Nach 3 212 absolvierten Seemeilen brachten Yann Guichard, Dona Bertarelli und die 12 Mitglieder ihrer Crew den Bug des schwarz-goldenen Trimarans am Dienstag, dem 19. Juli, um 23 Uhr, 17 Minuten und 41 Sekunden (lokale Zeit) vor Saint-Malo als Sieger über die Ziellinie. Damit stellten sie auf dieser legendären Strecke einen neuen Rekord auf.

Die Mehrrumpfspezialisten verbesserten den alten Rekord von Loïck Peyron mit seinem Trimaran Orma Fujicolor II aus dem Jahr 1996 (von 7 Tagen, 20 Stunden und 24 Minuten) um 1 Tag, 19 Stunden, 6 Minuten und 19 Sekunden. 3 Tage, nachdem die Einrumpf- und Mehrrumpfboote ihre Rennen beendet hatten, unterstrich die Express-Überquerung von Spindrift 2, welches Potenzial und welche Leistungsfähigkeit in diesem legendären Boot steckt. Angeführt von Skipper Yann Guichard, kam die Crew am besten mit ihrer Yacht zurecht und vermochte die unterschiedlichen Wetterbedingungen für sich zu nutzen.

Eine Express-Überquerung in drei Akten

Erster Akt – Navigation durch die vielen kritischen Stellen des Sankt-Lorenz-Stroms

Höchste Konzentration war an Bord von Spindrift 2 angesagt, als es den Sankt-Lorenz-Strom hinaufging. Vom Start an entwickelte sich bei einer Windstärke von 8 bis 10 Knoten ein Duell mit Oman Sail, dem zweiten Ultime-Teilnehmer, als es darum ging, die Flussengen unbeschadet zu durchqueren und die Inseln und Sandbänke zu umschiffen. Dennoch hatte die Crew die Gelegenheit, die Naturschönheiten des Stroms bis Percé – einer Stadt in Québec an der Spitze der Halbinsel Gaspésie, die den Zugang zum Sankt-Lorenz-Golf prägt– zu bewundern.

Zweiter Akt – Überquerung des Atlantischen Ozeans

Nachdem das Boot den Felsen von Percé hinter sich gelassen hatte, waren an Deck Stiefel und Ölzeug angesagt. In dieser Phase des Rennens hatte der MAXI Trimaran Wind in den Segeln, fand sich aber schnell in schwerer See wieder. Die Lage wurde nicht einfacher durch den dichten Nebel, der sich durch das Zusammentreffen der Labrador-Strömung, einer kalten Meeresströmung aus dem Arktischen Ozean,

mit dem wärmeren Wasser des Golfstroms formierte. Das schwarz-goldene Schiff durchpflügte den Ozean nun mit mittleren Geschwindigkeiten von 30 bis 35 Knoten und Spitzengeschwindigkeiten von über 40 Knoten. Diese anspruchsvollen Bedingungen in Verbindung mit den hohen Geschwindigkeiten machten das Leben an Bord schwierig. Es waren aber gute Bedingungen, um den Ozean in direkter Route zu überqueren.

Dritter Akt – Umschiffung des Fastnet-Felsen und Kurs auf Saint Malo

Das grosse Rutschen ist endlich vorbei! Als sich die Spindrift 2 der irischen Küste näherte und mit dem legendären Fastnet-Felsen die letzte obligatorische Streckenmarkierung erreicht wurde, drehte der Wind. Nach dem dichten Nebel, der sie die gesamte Strecke lang begleitet hatte, baut sich nun ein Hochdruckkeil vor dem Bug des Trimarans auf. Leichte Winde und starke Strömungen hielten die 14 Crewmitglieder, die ein Manöver nach dem anderen durchführen mussten, unter Spannung. Dennoch holten sie die Multi 50 ein und setzten sich an die Spitze des Feldes, bis sie in der Abenddämmerung Saint-Malo erreichten.

Unter dem Licht des Vollmonds wurde die Spindrift 2 mit ihrer 14-köpfigen Besatzung in Saint-Malo von zahlreichen begeisterten Zuschauern und Feriengästen willkommen geheissen, die vom Quai de la Bourse bis zum Hafen ausgeharrt hatten. Diese Atlantiküberquerung im Team, das erste Rennen der Saison des MAXI Trimaran, war für die Crew ein gelungener Auftakt, hatte sie doch in den letzten Monaten das Boot mit Akribie und Leidenschaft auf das Rennen vorbereitet. Es war auch eine gute Gelegenheit, das Team zu erweitern, das hohe seglerische Niveau aufrechtzuerhalten und den Zusammenhalt der Crew mit Blick auf die nächste Trophée Jules Verne zu verstärken. 

Erfahrungsberichte:

Yann Guichard, Skipper von Spindrift 2

«Wir sind wirklich glücklich, dass wir dieses Rennen gewonnen haben. Wir haben am Start schon davon geträumt, unter 7 Tagen zu bleiben, doch es in 6 Tagen zu schaffen, das ist schon eine schöne Leistung. Die gesamte Crew hat einen super Job gemacht. Am Transat 2004 musste ich leider mitten im Atlantik aufgeben. Jetzt ins Ziel zu kommen und auch noch einen neuen Rekord aufzustellen, ist einfach genial.

Die Durchquerung des Sankt-Lorenz-Stroms ist unglaublich. Am Anfang ist der Fluss sehr eng und die ersten 50 Seemeilen sind sehr schwierig. Glücklicherweise segelten wir bei raumem Wind mit Oman Sail. Das war ein schönes Duell: Mal lagen wir vorne, das andere Mal hatten sie die Nase vorn. Schliesslich konnten wir knapp vor der Boje von Gaspé dank eines kleinen Windstosses davonziehen, während sie in einer windlosen Zone verharren mussten. Die schönsten Erinnerungen habe ich an die Mündung des Sankt Lorenz und die Passage von Saint Pierre, wo uns zum Anbruch der Nacht eine riesige Menschenmenge bei einer Windgeschwindigkeit von 40 Knoten erwartete.

An Bord lief alles glatt. Wir hatten drei neue Teammitglieder, davon waren zwei Engländer. Sie haben sich gleich akklimatisiert und sind schnell mit dem Boot warm geworden. Der Teamspirit war fantastisch und das Boot in einem perfekten Zustand. Es wäre bereit, den Atlantik morgen erneut zu überqueren oder die Welt zu umsegeln.

Gemeinsam mit Dona ist es uns gelungen, eine Crew zusammenzustellen, die auf der gleichen Wellenlängen ist wie wir, die die gleiche Leidenschaft für das Meer und für die Leistung hat – und wir haben bewiesen, das wir mit dem Boot den Atlantik überqueren können.

Wir bleiben noch einige Tage hier in Saint-Malo, wo uns ein überaus warmherziger Empfang bereitet wurde. Danach bringen wir das Boot zurück in seinen Heimathafen Trinité-sur-Mer und werden es für das nächste Ziel herrichten: die Trophée Jules Verne im kommenden Winter.»

Dona Bertarelli, Steuerfrau und Trimmerin von Spindrift 2:

«Es war fantastisch, sowohl auf sportlicher wie auf menschlicher Ebene. Ich wollte schon seit mehreren Jahren an der Transat Québec–Saint-Malo teilnehmen. Die Strecke ist wunderschön, angefangen vom Start in Québec, dann über den Sankt-Lorenz-Strom, entlang der historischen und legendären Markierungen, wie dem Felsen von Percé, Saint-Pierre-et-Miquelon, dem Fastnet-Felsen bis zur Ankunft hier in Saint-Malo. Das sind schon mehrere Strecken in einer.

Den Sankt-Lorenz-Strom mussten wir mit gedrosselter Geschwindigkeit durchsegeln, denn es gibt Stellen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Schutz der Beluga-Wale. Auch auf andere Wale und Delphine mussten wir in dieser Zone aufpassen, bis wir dann den Atlantik erreichten und beschleunigen konnten. Es gibt so viele Dinge, die diese Strecke so wunderschön und speziell machen.

Wir sind sehr glücklich, dass wir den Rekord von Loïck Peyron gebrochen haben. Man kann am Start eines Rennens nie wissen, ob man den Rekord brechen kann, und dann ist da auch noch das Wetter, mit dem man zurechtkommen muss. Als das Ziel in Sicht kam, hatten wir sicherlich nicht viel Wind! Wir haben die Strecke aber in einer sehr guten Zeit absolviert und sind stolz auf das, was wir heute erreicht haben.»

Antonio Palma, Geschäftsführender Gesellschafter von Mirabaud:

«Dieser neue Rekord zeigt erneut, über welche Qualitäten Spindrift 2 und seine Crew verfügen. Dieser Sieg ist für Mirabaud besonders schön, feiern wir doch in diesem Jahr unser 30-jähriges Bestehen in Kanada. Das ist für unseren nächsten Versuch, die Trophée Jules Verne zu gewinnen, ein sehr gutes Zeichen.»