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Die Wertschöpfungskette aufbrechen

Handelszeitung, 21. April 2016 - Was das Schweizer Private Banking von der internationalen Konkurrenz unterscheidet.

Die Anforderungen an das grenzüberschreitende Geschäft im weltweiten Private Banking haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die internationale Kundschaft legt ihren Fokus vermehrt auf die Besteuerung und das Risikomanagement ihrer Vermögenswerte, wobei ein besonderes Augenmerk der globalen Diversifikation und dem Zugang zu Netzwerken und kompetentem Vermögensmanagement zukommt. Was bedeutet das für unsere hiesigen Banken?

Die Schweizer Privatbanken haben ihre Geschäftsmodelle diesem, dem Wandel unterzogenen, internationalen Marktumfeld und den neuen regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst. Einen positiven Input auf diesen Prozess hatten auch globale Finanzzentren wie London, Hongkong oder Singapur, die eine äusserst kompetitive Konkurrenz darstellen und den Schweizer Finanzplatz herausfordern, seine Stärken zu akzentuieren sowie neue Lösungsansätze zu suchen und zu implementieren.

Manch einer mag sich dabei allerdings die Frage stellen, ob die Schweiz gegenüber beispielsweise dem besonders dynamisch wachsenden asiatischen Markt überhaupt noch über ein Alleinstellungsmerkmal in der Betreuung von vermögenden Privatkunden verfügt. Hier lohnt sich ein vertiefter Blick auf unser Land.

In Zeiten enormer wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen, wie wir sie gerade weltweit erleben, werden plötzlich Aspekte relevant, die in stabilerem Umfeldweniger wichtig scheinen oder gar vernachlässigt werden. Rechtsstaatlichkeit, eine stabile Politik, eine eigene starke Währung sind nur einige Attribute, für welche die Schweiz zweifellos steht unddie für internationale Kunden auch heute, oder gerade erst recht heute, wichtig sind.

Unser hoher Ausbildungsstandard sowie der international anerkannte Forschungs- und Technologiestandort ermöglichen Innovationen in den verschiedensten Bereichen und befruchten unsere gesamte Wirtschaft – von Handel und Industrie bis hin zum Fintech-Sektor. Im globalen Kontext stellt der Trend hin zu einer weltweiten Digitalisierung den Fintech- Sektor vor grosse Herausforderungen. Dabei wird sich für die Schweizer Banken die Frage stellen, wie sie ihre Wertschöpfungsketten aufbrechen und welche Teile davon systematisch und eben digitalisiert abgedeckt werden. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Leistungserbringung an der Kundenfront gelegt werden. Standardisierung ja – aber bis wohin? Wichtig wird dabei sein, die Faktoren Innovation, Technologie und Digitalisierung perfekt mitdem Wahren der Traditionen und einer persönlichen Beratung zu verbinden.

Genau in diesem klugen Verbinden verschiedenster Aspekte liegt letztlich auch unser wichtigstes Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Ausland. Denn funktionierende Prozesse sowie hohe Produkte- und Abwicklungsstandards und eine integrale Beratungskompetenz ermöglichenes uns, Werkzeuge zu entwickeln, um regulatorische Vorgaben (Fatca, Mifid 2, Fidleg, Emir) rasch und kompetent umzusetzen.Bezieht man nun auch die sogenannten weichen Faktoren in die Gleichung mit ein, so fällt im Hauptaugenmerk das hohe fachliche Know-how und dergrosse Erfahrungsschatz unserer Vermögensverwalter auf, in Kombination mit exzellenteninternationalen Beziehungen und einem gut funktionierenden Netzwerk. Gerade der Asset-Management-Bereich ist beispielsweise über die Jahreorganisch stark gewachsen. Damit steht den Schweizer Privatbanken ein wichtiges Instrumentarium zur Verfügung, Fachkompetenzenin allen Anlageklassen abzugreifen, das es den Vermögensverwaltern erlaubt, den wohlhabenden Privatkunden, im Einklang und in Anwendung der regulatorischen Vorgaben, passende Lösungen zu bieten. Davon profitieren insbesondere kleinere Privatbanken, die überschlankere Strukturen verfügen und somit den Kunden einen individuellen und holistischen Beratungsansatz anbieten können– eben reales Private Banking.

Die internationale Kundschaft erwartet eine kompetente Begleitung in Vermögensangelegenheiten und eine rascheUmsetzung ihrer Bedürfnisse, was für alle involvierten Personen eine grosse Herausforderung darstellt. Dieses personalisierte Geschäftsmodell mag in einem ersten Schritt finanziell aufwendiger sein als die von den meisten grösseren Bankinstituten favorisierten standardisierten Lösungen. Langfristig sind diese individuell betreuten Kundenbeziehungen allerdings nachhaltiger. Die kleineren Schweizer Privatbankenkönnen sich mit diesem Betreuungsmodell also auch künftig von der internationalen Konkurrenz abheben und so globale Familien beraten, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnen und diese mutig umsetzen.  


Von René Hermann, Leiter der Zürcher Niederlassung, Mirabaud & Cie, Genf. Artikel publiziert in der Handelszeitung am 21. April 2016.

Die in diesem Artikel vertretenen Ansichten sind jene von Mirabaud im Zeitpunkt seiner Publikation. Diese Präsentation dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keinesfalls ein Angebot oder eine Anlageberatung dar. Für den Inhalt dieses Artikels, welcher jederzeit  ändern kann, leistet Mirabaud keine Gewähr.

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