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Die Segler der Spindrift 2 haben bei Ouessant die Ziellinie überquert

Der von Yann Guichard gesteuerte Trimaran hat seine erste Jules Verne Trophy beendet und dabei die zweitbeste Zeit der Sportgeschichte erzielt. Dona Bertarelli wird schnellste Weltumseglerin.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erste Weltumsegelung für Spindrift racing beendet
  • Spindrift 2 geht nach 47T 10Std 59Min 02Sek auf See um 16.01 Uhr (französischer Zeit) über die Ziellinie
  • Ankunft des Trimaran in La Trinité-sur-Mer gegen 22 Uhr (FZ)

Die Besatzung hat die Ziellinie der Jules Verne Trophy in Ouessant am Freitag um 16.01 Uhr französischer Zeit nach 47 Tagen, 10 Stunden, 59 Minuten und 2 Sekunden überquert. Nach fast 29 000 zurückgelegten Seemeilen (etwa 54 000 Kilometer) bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25.35 Knoten, beendete die Spindrift 2 damit ihre erste Weltumsegelung und erzielte die zweitbeste Zeit der Sportgeschichte. Die Crew unter Yann Guichard konnte dieses Mal nicht den Weltrekord von Loïck Peyron (Rückstand von 1 Tag, 21 Stunden, 16 Minuten und 9 Sekunden) brechen, dessen Bestzeit von 45 Tagen, 13 Stunden und 42 Minuten unerreicht blieb… Allerdings war die Crew auf dieser anspruchsvollen Strecke 20 Stunden 45 Minuten und 50 Sekunden schneller als die Mannschaft von Franck Cammas im Jahr 2010. Während der rasanten Jagd konnte der schwarz-goldene Trimaran zudem drei Bestzeiten verbessern (Ouessant-Äquator, Ouessant-Tasmanien, Ouessant-Kap Hoorn) und für einige Stunden den Rekord für die schnellste Passage durch den Indischen Ozean halten. Als einzige Frau unter dreizehn Männern bei diesem Rekordversuch und als erste Frau, die eine Jules Verne Trophy zu Ende segelte, ist Dona Bertarelli nunmehr die schnellste Weltumseglerin der Sportgeschichte. 

Die Mannschaft hat ihren Heimat- und Basishafen La Trinité-sur-Meram Freitagabend gegen 22 Uhr französischer Zeit erreicht, wo die Zuschauer und insbesondere die Schüler, die das Abenteuer mitverfolgt haben, sowie die Familien, Partner, Freunde, Unterstützer und Teammitglieder des jungen Rennstalls Spindrift racing einen herzlichen Empfang für sie vorbereitet haben. Nach der Ankunft des Trimarans haben sich die Segler gemeinsam mit den Zuschauern ein Gläschen und einige Austern gegönnt.

Nach dem Start in der stockfinsteren Nacht des 22. November 2015 tauchten am 8. Januar 2016 nachmittags kurz vor Sonnenuntergang die drei Rümpfe der Spindrift 2 aus der Brandung des Atlantiks wieder auf. An Bord waren Dona Bertarelli, Yann Guichard, Sébastien Audigane, Antoine Carraz, Thierry Duprey du Vorsent, Christophe Espagnon, Jacques Guichard, Erwan Israël, Loïc Le Mignon, Sébastien Marsset, François Morvan, Xavier Revil, Yann Riou und Thomas Rouxel.       

Yann Guichard, Skipper: «Die Südpassage des Kaps der Guten Hoffnung war einer der wichtigsten Momente für mich, aber die Ankunft vor Ouessant ist auch eine Erleichterung. Keine Befreiung, weil ich kein Gefangener war und viel Spass an dieser Weltumrundung hatte, aber es ist Zeit, dass ich eine kleine Pause einlege. Natürlich gab es ein wenig Stress, aber es ist auch meine Aufgabe, damit umzugehen.

«Ich habe wahnsinnige Lust, es noch einmal zu machen» 

Die Jules Verne Trophy stellt für mich einige Premieren dar! Die Weltumsegelung, die Rundung der drei Kaps, die vielen Tage auf dem Zähler… und ich habe wahnsinnige Lust, das noch einmal zu wiederholen. Das Boot ist für dieses Programm hervorragend geeignet – nur das Wetter muss mitspielen. Und dann die Südsee – einfach herrlich! Auch wenn der Indische Ozean eher grau war. Und im Pazifik haben wir überwältigende Lichter gesehen, als wir fast bis zum 60. südlichen Breitengrad gefahren sind… aber ich werde mich vor allem an all die Vögel, Albatrosse, Sturmschwalben, Eissturmvögel, Kapsturmvögel erinnern, die uns ständig folgten!

Die grösste Angst hatte ich, als wir ein nicht identifiziertes Objekt mit dem Foil rammten: da dachte ich, wir müssten aufgeben. Ich bin froh, dass wir diese Tour beenden konnten, denn seit Kap Hoorn, und unabhängig vom Rekord, war diese Aufholjagd über den Atlantik sowohl für das Boot als auch für die Crew extrem hart.»

Dona Bertarelli, Steuerfrau und Trimmerin: «Diese Aufholjagd über den Atlantik war lang und mühsam, und ich hatte das Gefühl, dass die Zeit überhaupt nicht vergeht! Zum Glück spürte man gestern, nachdem wir die symbolische 500-Meilen-Zone bis nach Ouessant passiert hatten, die nahende Ankunft: das war ein bewegender Moment. Ich habe in dieser Nacht nicht viel geschlafen, weil Emotionen hochkamen und auch das Adrenalin spürbar war. Auch wenn es uns nicht gelungen ist, den Rekord der Jules Verne Trophy zu knacken, konnte ich mit dem Abschluss dieser Weltumrundung die Ziele erreichen, die ich mir selbst gesetzt hatte. Ich bedauere nichts, denn das Hauptziel war es, so schnell wie möglich wieder Ouessant zu erreichen, und dafür haben wir alles gegeben.

«Ein bewegender Moment» 

Ich habe dieses Rennen positiv erlebt, denn wir kennen uns untereinander alle sehr gut, und jeder respektiert die Eigenheiten des anderen. Das war wirklich toll, weil dies hier ein Team von echten Freunden ist. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich in gewisser Weise meine Bedenken und Befürchtungen, ins Südpolarmeer zu stürzen oder weit entfernt von aller Zivilisation zu sein, bezwingen konnte. Dadurch, dass ich Artikel für die Schulklassen in Frankreich und der Schweiz geschrieben habe und weiterhin mit dem Festland kommunizieren und mich austauschen konnte, habe ich mich bei diesem Abenteuer nie isoliert oder einsam gefühlt.»

Das erste gemeinsame Rennen 

Es ist der Mannschaft gelungen, eine mehr als anderthalb Monate dauernde Reise ins Ungewisse zu meistern und die unglaubliche Erfahrung einer Weltumsegelung zu machen. Fest steht, dass sich die im vergangenen Winter durchgeführten Optimierungen bezahlt gemacht haben: mit ihrem geringfügig kürzeren, aber deutlich leichteren und aerodynamisch effizienteren Rigg hat die Spindrift 2 in der Brise an Sicherheit und bei mässigen Winden an Leichtigkeit gewonnen, ohne jedoch bei schwachen Winden ihre Qualitäten einzubüssen. Doch die drei Gewitterfronten und das Rückseitenwetter, die den Südatlantik vor der Küste Brasiliens, den Indischen Ozean nach den Kerguelen-Inseln und den Pazifik vor Kap Hoorn aufwühlten, waren stärker als die Kraftanstrengungen und die Ausdauer der Besatzung. Hinzu kamen die aufgrund von Gegenwinden auf der Höhe von Argentinien und Uruguay kräftezehrende Aufholjagd über den Atlantik und anschliessend ein wenig hilfreiches Azorenhoch zwischen den Kanaren und Florida. Alle Teammitglieder von Spindrift racing können stolz darauf sein, diese Strecke zurückgelegt, die Herausforderung erfolgreich bewältigt und die Reise zu Ende geführt zu haben – trotz aller Widrigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellten, darunter die Zerstörung des unteren Teils des Backbord-Foils nach dem Zusammenstoss mit einem nicht identifizierten schwimmenden Objekt, was ausserdem einen Riss im Backbord-Ruder verursachte und das Ende des Rekordversuchs im Indischen Ozean hätte bedeuten können, sowie Mastprobleme (der Mast konnte auf See repariert werde) vor der Küste Uruguays. 

Bestzeiten

Die vierzehn Segler konnten auf dieser Weltumsegelung drei Bestzeiten holen! Die erste, als sie nach dem Start in Ouessant die Äquatorlinie in 4 Tagen, 21 Stunden und 29 Minuten erreichten und somit theoretisch mit der atemberaubenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,33 Knoten dahinjagten (die kürzeste Route). Die zweite zwischen Ouessant und dem Süden Tasmaniens, der die Einfahrt in den Pazifik markiert, in 20 Tagen, 4 Stunden und 37 Minuten. Nebenbei sicherte sich die Spindrift 2 kurzzeitig den Rekord für die schnellste Überquerung des Indischen Ozeans in 8 Tagen, 4 Stunden und 35 Minuten, der einige Stunden später von der Besatzung der IDEC Sport, die ebenfalls am 22. November von Ouessant aus gestartet war, gebrochen wurde. Und schliesslich die dritte Bestzeit: Ouessant – Kap Hoorn in 30 Tagen, 4 Stunden und 7 Minuten mit einem Vorsprung von 18 Stunden und 11 Minuten auf die Zeit des Teams «Banque Populaire V».

Weiblicher Rekord

Diese Weltumsegelung endet ausserdem mit der Bestätigung von Dona Bertarelli als erste Seglerin, die eine Jules Verne Trophy zu Ende geführt hat, und als schnellste Frau, die jemals auf einem Segelboot die Welt umrundet hat! Während ihrer Stand-by-Zeiten hat sie sich auch mit dem Zustand der auf der Weltumrundung befahrenen Meere befasst, um ihre Emotionen, ihre Entdeckungen und ihr Logbuch zu teilen und sich insbesondere mit den 2 000 Schülerinnen und Schülern der Partnerschulen des Programms «Spindrift for Schools» in Frankreich und der Schweiz auszutauschen und sie mit diesen Seegebieten und den dort lebenden, oftmals bedrohten, Arten vertraut zu machen. 

Launisches Wetter

Über die auf den drei Ozeanen zurückgelegten Meilen konnten auch persönliche Fähigkeiten entwickelt werden. Eine Weltumsegelung ist kein Zuckerschlecken: man muss Polarkälte ertragen, drückende Äquatorhitze aushalten, eisiger Gischt trotzen, die einem bei mehr als 60 Stundenkilometern entgegenschlägt, bei schwachen und wechselhaften Winden zügige Wendemanöver durchführen, sich vor herannahendem Treibeis in Acht nehmen, zu vierzehnt auf 20 m3 hausen usw.

DIE PARTNER VON SPINDRIFT RACING BEGRÜSSTEN DIE SEGLER MIT FOLGENDEN WORTEN: 

«Mirabaud möchte der Crew der Spindrift 2, der eine aussergewöhnliche Weltumrundung gelungen ist, ihre Glückwünsche aussprechen. Alle unsere Mitarbeitenden haben die Jules Verne Trophy mit Begeisterung verfolgt», erklärte Antonio Palma, geschäftsführender Gesellschafter und CEO von Mirabaud & Cie SA.