Segelsport

Trophée Jules Verne - zweitbeste Zeit der Sportgeschichte für Spindrift racing

Mit der Überquerung der Ziellinie in Ouessant am 8. Januar 2016 um 16.01 Uhr beendete der von Yann Guichard gesteuerte Trimaran Spindrift 2 seine erste Weltumsegelung und erzielte die zweitbeste Zeit in der Geschichte der Trophée Jules Verne.

Mission erfüllt

«Ich habe wahnsinnige Lust, es noch einmal zu machen!», meint Yann Guichard, der den Profi-Segelrennstall Spindrift racing zusammen mit Dona Bertarelli gegründet hat, nach 47 Tagen, 10 Stunden, 59 Minuten und 2 Sekunden auf dem Meer. Die Crew bricht voraussichtlich sogar mehrere Rekorde, beispielsweise kann sich seine Teamkollegin Dona Bertarelli nun schnellste Weltumseglerin nennen. Aber auf jeden Fall war die Reise ein aussergewöhnliches Abenteuer.

Die Teilnahme an der  Trophée Jules Verne war eine echte Herausforderung, die das Team von Spindrift racing durch seine Erfahrung und beispiellose Leidenschaft hervorragend gemeistert hat. Das schwarz-goldene Boot hatte zwar einen Rückstand von über einem Tag auf den Weltrekord von Loïck Peyron aus dem Jahr 2012. Doch gemäss Dona Bertarelli, Steuerfrau und Trimmerin auf der Spindrift 2, war «das erste Ziel, das ich mir gesteckt hatte, die Weltumsegelung überhaupt zu schaffen. Wir haben zwar den Rekord nicht gebrochen, aber ich bereue nichts, ich bin sehr stolz».

“ Das erste Ziel, das ich mir gesteckt hatte, die Weltumsegelung überhaupt zu schaffen.”

Dona Bertarelli, Steuerfrau und Trimmerin auf der Spindrift 2

Ausdauer ist von zentralem Wert

Nachdem sich die 14 Segler monatelang auf ihre Reise vorbereitet und viel Geduld aufgebracht hatten, um ein günstiges Wetterfenster abzuwarten, nahmen sie am 22. November 2015 mitten in der Nacht ihre erste gemeinsame Weltumsegelung in Angriff. Nach fast 29 000 zurückgelegten Seemeilen (etwa 54 000 Kilometer) bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,35 Knoten, beendete die Spindrift 2 damit ihre erste Weltumsegelung und erzielte die zweitbeste Zeit der Sportgeschichte. Klar, der Wind war nicht immer günstig, besonders während des Schlussspurts über den Atlantik. Aber die Segler können stolz darauf sein, trotz aller Widrigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellten, ihre Reise zu Ende geführt zu haben. «Die grösste Angst hatte ich, als wir ein nicht identifiziertes Objekt mit dem Foil rammten. Da dachte ich, wir müssten aufgeben», meint Yann Guichard. Dann musste auch noch der Mast vor der Küste Uruguays repariert werden. Aber ihre Mühe und ihr Durchhaltewillen zahlten sich aus, denn die Spindrift 2 konnte gleich mehrere Bestzeiten aufstellen, insbesondere auf den Routen Ouessant-Äquator, Ouessant-Tasmanien und Ouessant-Kap Hoorn. Das Team konnte sogar für einige Stunden den Rekord für die schnellste Passage durch den Indischen Ozean halten, bevor ein anderes Boot, das am selben Tag ab Ouessant in See stach, erneut eine Bestzeit aufstellte. Diese Weltumsegelung endet ausserdem mit der Bestätigung von Dona Bertarelli als erste Seglerin, die eine  Trophée Jules Verne zu Ende geführt hat, und als schnellste Frau, die jemals auf einem Segelboot die Welt umrundet hat.

“ Die grösste Angst hatte ich, als wir ein nicht identifiziertes Objekt mit dem Foil rammten. Da dachte ich, wir müssten aufgeben.”

Yann Guichard

Ein geteiltes Abenteuer

Es ist allgemein bekannt, dass nur ein geteiltes Abenteuer ein gutes Abenteuer ist. In diesem Sinne hat die Crew von Spindrift alle verfügbaren Mittel eingesetzt, um neben Fans und Kennern auch noch ein anderes Publikum anzusprechen. Eine grösstmögliche Anzahl Menschen an ihrem Versuch, den Weltumsegelungsrekord zu brechen, mit Worten und Bildern teilhaben zu lassen, war daher ebenfalls ein Ziel, das sich das Team gesteckt hatte. Am Ende hatten rund 5 Millionen Menschen die Reise der Spindrift 2 auf der extra für diesen Rekordversuch aufgeschalteten Internetseite mitverfolgt, mehr als 2 Millionen hatten sich die 42 Videoclips angesehen, die von Bord aus online gestellt wurden, 100 000 Menschen nahmen via Facebook, Twitter und Instagram am Abenteuer teil, das durch eine internationale Medienberichterstattung abgedeckt wurde, und 8 000 Schülerinnen und Schüler konnten für das Programm Spindrift for Schools begeistert werden. Dass mit einer vom Boot aus gesteuerten Drohne Videoclips gedreht wurden, ist überdies eine weitere Premiere für ein Mehrrumpfboot dieser Grösse. Die einzigartigen Luftaufnahmen, vor allem vom Kap Hoorn, wurden von mehr als 350 000 Menschen gesehen und auf vielen Fernsehkanälen gezeigt. «Dadurch, dass ich Artikel für die Schulklassen in Frankreich und der Schweiz geschrieben habe und weiterhin mit dem Festland kommunizieren und mich austauschen konnte, habe ich mich bei diesem Abenteuer nie isoliert oder einsam gefühlt», erklärt Dona Bertarelli.  

“ Mirabaud möchte der Crew der Spindrift 2, der eine aussergewöhnliche Weltumrundung gelungen ist, ihre Glückwünsche aussprechen. Alle unsere Mitarbeitenden haben die Trophée Jules Verne mit Begeisterung verfolgt.”

Antonio Palma, CEO der Mirabaud & Cie SA

Mirabaud, seit drei Jahren Partnerin dieser aussergewöhnlichen Crew, hat das Experiment aus nächster Nähe mitverfolgt. Antonio Palma, CEO der Mirabaud & Cie SA und leidenschaftlicher Segler, hat die Abenteurer mit folgenden Worten begrüsst: «Mirabaud möchte der Crew der Spindrift 2, der eine aussergewöhnliche Weltumrundung gelungen ist, ihre Glückwünsche aussprechen. Alle unsere Mitarbeitenden haben die  Trophée Jules Verne mit Begeisterung verfolgt», erklärte er.

Das Abenteuer ist also mit einer positiven Bilanz zu Ende gegangen und man erwischt sich dabei, davon zu träumen, dass die Crew nochmals einen Versuch startet: «Die Trophée Jules Verne stellt für mich einige Premieren dar! Die Weltumsegelung, die Umrundung der drei Kaps, die vielen Tage auf dem Zähler… und ich habe wahnsinnige Lust, das noch einmal zu wiederholen. Das Boot ist für dieses Programm hervorragend geeignet – nur das Wetter muss mitspielen», erläutert Yann Guichard.