Kultur

Mirabaud verhilft dem Sinfonieorchester der Balearen zu neuem Schwung

Seit einem Jahr teilen sich Pablo Mielgo und Joji Hattori die künstlerische Leitung dieser von Mirabaud unterstützten balearischen Musikformation.

Seither erlebt das Sinfonieorchester der Balearen (OSB) eine neue Blüte. Im Sommer 2014 übernahmen der Spanier Pablo Mielgo und der Japaner Joji Hattori den Dirigentenstab. Das verschworene Duo will mit der Formation in neue Sphären vorstossen. «Wir sind eng befreundet und arbeiten sehr gut zusammen», erklärt Pablo Mielgo. Daher haben wir uns bei den Entscheidungsträgern und regionalen Institutionen gemeinsam für die künstlerische Leitung des OSB beworben. Und wurden eingestellt.»

Rund 15 Abonnementskonzerte pro Saison, Spezialkonzerte, Opernproduktionen und soziale Projekte: Das OSB zeigt sich hoch aktiv. Seine sinfonisch-lyrischen Produktionen bereichern den Kulturkalender der Balearen. «Unsere dichte Saison beginnt Mitte Oktober und dauert, namentlich wegen der Sommerkonzerte im Castell de Bellver, noch bis in den August hinein», betont Pablo Mielgo. Der von ihm erwähnte Prunkbau aus dem 14. Jahrhundert thront von Pinien umrahmt auf einem Hügel drei Kilometer vor der Altstadt von Palma de Mallorca. Im Sommer zieht er durchaus anspruchsvolle Touristen an.

Das 70-köpfige Orchester besteht schon seit Ende der 1940er-Jahre, erhielt seine offizielle Bezeichnung aber erst 1988. Es tritt im Auditorium von Palma de Mallorca auf, das 1969 von niemand geringerem als Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern eingeweiht wurde. Konzerte finden aber auch auf Menorca und anderswo auf dem Archipel statt. Opern führt das OSB im italienisch anmutenden Teatre Principal von Palma mit seinen roten Samtsesseln auf. So wird Pablo Mielgo im April 2016 La Traviata von Verdi dirigieren. Daneben stehen die Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni, Manon Lescaut von Puccini und Il barbiere di Siviglia von Rossini auf dem Programm.

Wir möchten nicht nur bessere Gastdirigenten und -solisten einladen, sondern das Orchester auch für Neues öffnen: wie soziale Projekte und die Kombination von Opernwerken mit einem sinfonischen Repertoire.

Pablo Mielgo

Als Solist wird in der nächsten Saison unter anderen der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard erwartet. Er wird unter der Leitung von Pablo Mielgo das 2. Klavierkonzert von Beethoven spielen (25. Februar 2016). Der spanische Dirigent wird sich an der monumentalen Zweiten von Mahler messen (28. Januar), während Joji Hattori (am 26. Mai) die 1. Sinfonie des Komponisten dirigieren wird. Katia und Marielle Labèque werden sodann das Konzert für zwei Klaviere von Poulenc wiedergeben (19. Mai). Neben Abonnementkonzerten organisiert das OSB Familien- und Kinderanlässe und wirkt an den Festivitäten zum Jahresende (Weihnachten und Neujahr) mit.

«Wir haben ein hochkarätiges Orchester übernommen», erklärt Joji Hattori. Dank der Partnerschaft mit Mirabaud – und Subventionen der regionalen öffentlichen Hand – kann das Orchester sein Programm ausbauen. «Wir möchten nicht nur bessere Gastdirigenten und -solisten einladen», so Pablo Mielgo, «sondern das Orchester auch für Neues öffnen: wie soziale Projekte und die Kombination von Opernwerken mit einem sinfonischen Repertoire.» Die «immer anspruchsvolleren» Touristen auf den Balearen regen das Orchester gemäss Joji Hattori an, namhafte Solisten wie den berühmten peruanischen Tenor Juan Diego Flórez einzuladen, der im letzten August im Auditorium von Palma auftrat. Zweifellos werden die beiden künstlerischen Leiter diesen Kurs mit aller Kraft weiterverfolgen.