Corporate news
    Artikel3 min read

    My Switzerland | Monatlicher Ausblick auf die Schweizer Märkte – Juli 2026

    My Switzerland bietet Ihnen jeden Monat die aktuelle Einschätzung unserer Expertinnen und Experten zur Schweizer Wirtschaft, Geldpolitik und den Finanzmärkten. Von Wachstum und Inflation bis hin zu Aktien- und Obligationenmärkten analysieren wir die wichtigsten Entwicklungen und deren Bedeutung für Anlegerinnen und Anleger. Ob Sie wirtschaftliche Trends verfolgen oder fundierte Einblicke in den Schweizer Markt suchen – My Switzerland liefert Ihnen einen kompakten Überblick über die entscheidenden Themen des Monats.

    22 Juli 2026
    My Switzerland | Monatlicher Ausblick auf die Schweizer Märkte – Juli 2026

    SCHEIZER WIRTSCHAFT

    Angesichts des Rückgangs der Ölpreise scheinen die Risiken einer Stagflation nun geringer zu sein. Die Normalisierung des geopolitischen Umfelds bleibt zwar holprig, dürfte aber zur Wiederherstellung des Vertrauens der Wirtschafts-akteure beitragen, sofern sie anhält. In Europa deutet das Geschäftsklima im Juni bereits auf eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivität hin, von der aufgrund ihres hohen Offenheitsgrades auch die Schweizer Wirtschaft profitieren dürfte. Tatsächlich bestätigen die Umfrageindikatoren in der Schweiz diesen Trend. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe bleibt im Expansionsbereich, und auch die Produktionskomponente entwickelt sich weiter-hin positiv. Im Dienstleistungssektor erreichte der PMI seinen höchsten Stand seit März 2022, ge-tragen von einer deutlichen Verbesserung der Auftragseingänge, was auf eine Stärkung der Binnennachfrage hindeutet. Parallel dazu zeigt das KOF-Konjunkturbarometer eine spürbare Aufhellung der wirtschaftlichen Aussichten. Vor diesem Hintergrund bleibt das Basisszenario das einer positiven, aber moderaten Wachstumsdynamik von leicht über 1%, vorausgesetzt, die geopolitische Entspannung setzt sich fort.

    german-forecast-switzerland-economy-wealth-management-investment-outlook-mirabaud

    GELDPOLITIK UND SCHWEIZER FRANKEN

    Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins im Juni unverändert belassen – eine Entscheidung, die mit der weiterhin sehr moderaten Inflation im Einklang steht. Tatsächlich blieb die Inflation im Juni mit 0,5% gegenüber dem Vorjahr stabil und bestätigt damit das Ausbleiben eines breit angelegten Inflationsdrucks. Die inländischen Preiskomponenten steigen nur moderat, während die Importpreise gedämpft bleiben und so dazu beitragen, dass die Inflation deutlich unter 1% ver-harrt. Vor diesem Hintergrund ist die Nationalbank weiterhin der Auffassung, dass sich die mittelfristigen Inflationsaussichten kaum verändert haben, und verfügt über ausreichend Handlungsspielraum, bevor eine erneute Anpassung ihrer Geldpolitik erforderlich wird. Gleichzeitig haben die Aufwertungsrisiken für den Franken etwas nachgelassen: Der Schweizer Franken blieb im Verlauf des Quartals gegenüber dem US-Dollar über der Marke von 0,80. Der Anstieg der Zinsen im Euroraum sowie die nach oben revidierten Erwartungen hinsichtlich der US-Geldpolitik begrenzen die Risiken einer weiteren Frankenaufwertung. Ein Status quo der SNB in den kommenden Quartalen erscheint daher wahrscheinlich, da die Inflation unter Kontrolle bleibt und die Spannungen am Devisenmarkt weniger ausgeprägt sind als zu Jahresbeginn.

     german-swiss-franc-switzerland-economy-wealth-management-investment-outlook-mirabaud

    SCHWEIZER AKTIENMARKT

    Nachdem der Schweizer Aktienmarkt infolge der Eskalation des Nahostkonflikts im März stärker nachgegeben hatte als andere entwickelte Aktienmärkte, verzeichnete er im zweiten Quartal eine kräftige Erholung. Der Swiss Performance Index (SPI® Total Return) legte im Berichtszeitraum um mehr als 12% zu und erzielte damit eine seiner besten Wertentwicklungen der letzten Jahre. Die Erholung beschleunigte sich ab Mai, als die Sorgen über eine anhaltende Störung der globalen Energieversorgung nachließen. Der schrittweise Rückgang der Ölpreise nach ihrem Höchststand sowie die Aussicht auf eine Deeskalation in der Region führten zu einer deutlichen Rückkehr der Risikobereitschaft der Anleger. Gleichzeitig stützten die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft und die anhaltende Begeisterung der Investoren für Themen rund um die Künstliche Intelligenz weiterhin die risikobehafteten Anlageklassen. Vor diesem Hintergrund waren es vor allem die konjunktursensitiven Werte, die den Anstieg des Schweizer Aktienmarktes getragen haben. Besonders die Sektoren zyklischer Konsum, Industrie und Technologie verzeichneten starke Zugewinne, während die defensiven Sektoren lediglich moderat zulegen konnten.

     

    german-equity-switzerland-economy-wealth-management-investment-outlook-mirabaud

    SCHWEIZER ANLEIHENMARKT

    Die Anleihemärkte bewegten sich weiterhin in einem volatilen Umfeld, das von Schwankungen der Energiepreise und der Inflationserwartungen geprägt war. Der Anstieg der Ölpreise bis Ende April führte zu einem allgemeinen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen, wovon auch die Schweiz nicht verschont blieb. Diese Entwicklung kehrte sich jedoch ab Mai rasch um, begünstigt durch den Rückgang der Energiepreise und die Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesobligation der Schweizerischen Eidgenossenschaft sank im Quartalsverlauf von 0,35% auf 0,28%2.Diese Entspannung wurde durch die unveränderte Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank unterstützt, da die Inflation trotz der Spannungen an den Energiemärkten niedrig blieb.

    german-swiss-bond-switzerland-economy-wealth-management-investment-outlook-mirabaud

    1 Die Prognosen sind hypothetisch und bieten keine Garantie für Künftige Ergebnisse

    2Quelle: SNB


    Möchten Sie tiefer eintauchen? Laden Sie den vollständigen My Switzerland-Bericht herunter oder entdecken Sie unseren Ansatz für Investitionen in der Schweiz.

    Related Insights

    Stay Informed

    Subscribe to our newsletter for the latest insights and market perspectives from our experts.